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Interview mit Vincent Kriechmayr

Mit beiden Beinen am Boden. Bereit zum großen Sprung!

Man hat einen weiten Ausblick in alle Richtungen am Hof der Familie Kriechmayr im Mühlviertel. Einen Skilift sucht man aber vergeblich. Was den Oberösterreicher auf die steilsten und schnellsten Pisten der Welt gebracht hat, warum Lachen zu seinem Erfolgsrezept gehört und wie er Kraft für den Skizirkus tankt – erzählte uns der ÖSV-Star kurz vor dem Saisonstart.

Ob der Weltcup oder die Olympischen Spiele in der südkoreanischen Stadt Pyeongchang – auch in der kommenden Saison warten viele kleinere und größere Herausforderungen auf den Oberösterreicher. Bevor es zu den ersten Rennen nach Lake Louise in Kanada geht, verbrachte Vincent Kriechmayr noch ein paar Tage zuhause im Mühlviertel mit seiner Familie. „Noch einmal richtig durchatmen, Ruhe finden und meine eigenen Ziele für die Saison fokussieren. Kontinuierlich einen Platz unter den Top 10 und bei Olympia vorne mitmischen, aber auch gesund und verletzungsfrei ins Ziel kommen. Mit guten Platzierungen kommt auch die Sicherheit. Und dann ist alles möglich“, so der 26-Jährige über seinen Plan für die kommende Saison.

Vincent Kriechmayr sitzt auf einer Eckbank beim Tisch mit einem Glas frischer Gmundner Vollmilch in der linken Hand

STARTKLAR: Es sind nur mehr wenige Wochen und die Vorbereitungen für die anstehende Weltcup- und Olympiasaison sind fast abgeschlossen. Wir trafen den ÖSV-Abfahrer Vincent Kriechmayr an einem der seltenen Tage zu Hause am Bauernhof seiner Familie.

Lachen bei Erfolg und Misserfolg

Die richtige Balance ist nicht nur auf den vereisten Pisten wichtig. Auch im Leben abseits der Rennstrecke spielt Gleichgewicht eine zentrale Rolle. „Gerade im Spitzensport ist der Grad zwischen Verbissenheit und Lockerheit ein sehr schmaler. Man muss schon wirklich bereit sein, alles zu geben, um an der Spitze mitmischen zu können. Wenn es zu verbissen wird, geht aber gar nichts mehr. Humor und auch über sich selber lachen zu können, ist in beiden Lebensphasen, ganz oben und ganz unten, entscheidend für mich. Das gibt mir eine gute Bodenhaftung.“

Ohne die Unterstützung meiner Familie wäre vieles nicht möglich gewesen.

Kraft und Ausgleich findet Vincent Kriechmayr auch in der Arbeit am Hof. „Wenn man erlebt, wie Tiere aufwachsen, oder einen Tag am Traktor oder im Stall arbeitet, schärft sich der Blick wieder für die wichtigen Dinge im Leben. Das gibt richtig Kraft und macht am Abend die Couch doppelt gemütlich.“

Abwechslung am Teller

Gerade Spitzensportler wie Skirennläufer achten besonders auf die Ernährung. Was gibt Kraft, was schnelle Energie, was belastet nicht und was sorgt für Gewicht? Jede Phase im Training oder vor dem Wettkampf braucht ihre individuellen Zutaten. „Eines kann aber gar nicht oft genug auf meinem Teller landen – der Apfelstrudel.“ Sonst ist Abwechslung und eine ausgeglichene Ernährung am Speiseplan angesagt. Bei Milchprodukten greift Vincent Kriechmayr am liebsten zu Kakao oder Buttermilch.

Vincent Kriechmayr mit einem Bauernhof im Hintergrund, links daneben weiße Packung Gmundner Vollmilch
Vincent Kriechmayr beim Einsteigen in einen roten Traktor
Vincent Kriechmayr auf einer grünen Wiese mit zwei weißen Kälbern
Vincent Kriechmayr und Mag. Michael Waidacher, beide mit Gmundner Vollmich-Produkten in der Hand
Vincent Kriechmayr im Rennoutfit in der Abfahrts-Startposition, im Hintergrund mit Schnee bedeckte Berge

AM START: SO LÄUFT DIE RENNVORBEREITUNG:

Wir wollten wissen, wie sich Vincent Kriechmayr auf Rennen wie die „Streif“ vorbereitet. „Nach der Anreise wird zuerst der Lauf besichtigt. Oft ändern sich nach dem Training über Nacht Beschaffenheit der Piste oder das Wetter und damit die Sicht.

In den 1-2 Stunden vor dem Lauf fahren wir die wesentlichen Passagen im Kopf immer und immer wieder durch. Eine halbe Stunde vor dem Start beginnt die Aufwärmphase. Da wird auch Konzentration aufgebaut. Vor Abfahrten wie in Kitzbühel sind die meisten Läufer im Startbereich ziemlich,schmähstad’ ;-).

Skifahrer werden. Das war schon früh klar

Auch wenn die Mühlviertler Hügellandschaft nicht gerade als Skiregion bekannt ist, so sind die 3 Geschwister schon sehr jung fürs Skifahren begeistert worden. Vater und Mutter haben neben der Landwirtschaft in den Wintermonaten als Skilehrer in Obertauern gearbeitet. Und die Kinder waren da natürlich mit dabei. „Schon mit 10 Jahren war es für mich klar, dass ich einmal Skirennläufer werden möchte. Danach führte mich mein Weg über die Skihauptschule in Windischgarsten, danach verbrachte ich 4 Jahre in der Ski-Handelsschule Schladming.

Seit rund 8 Jahren bin ich jetzt als Profi im Skirennsport tätig, seit 5 Jahren im Weltcup“, erzählt Vincent über seinen Werdegang. „Ohne die Unterstützung meiner ganzen Familie wäre das nicht möglich gewesen. Sie haben viel Zeit, Energie und Zeit in meine Karriere gesteckt. Das kann man gar nicht hoch genug halten.“

Interview Mit Vincent Kriechmayr
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