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Weltmilchtag 2020. Auch ein Tag zum Nachdenken

Vom Hof ins Regal an 365 Tagen im Jahr. Warum Österreich auch in Zeiten von Krisen „noch“ nicht um Butter, Milch und Käse fürchten muss.

Es waren wenige Tage, aber sie werden wohl länger in unseren Köpfen bleiben. In diesen ersten Tagen des Shutdowns durften viele von uns zumindest kurz erfahren, was für unsere Großeltern und Urgroßeltern sehr lange Teil ihres Lebens war. Leere Regale in den Lebensmittelgeschäften.

Das diese schon am nächsten Tag wieder voll waren, ist auch der gut funktionierenden Lebensmittelversorgung durch die vielen bäuerlichen Familienbetriebe in Oberösterreich zu verdanken. Es sind Betriebe, wie der von Josef Fürtbauer, dem Obmann der Gmundner Molkerei, die auch während des durch Corona bedingten Shutdowns Tag für Tag Milch produzierten und an die Molkerei lieferten. „Und das ist gut so, denn die Versorgung von Tier und Boden muss auch in Zeiten von Krisen funktionieren“, so Josef Fürtbauer. Das wichtigste Glied in dieser Kette sind die 2.200 bäuerlichen Betriebe der Genossenschaft. Sie haben einen wesentlichen Anteil am hohen Selbstversorgungsgrad mit hochwertigen Lebensmitteln in Österreich. „Vielen Konsumenten ist in dieser Zeit bewusst geworden, dass es nicht selbstverständlich ist, alles zu jeder Zeit kaufen zu können. Gott sei Dank funktionieren in unserem Land diese Strukturen noch“.

„Vielen Konsumenten ist in dieser Zeit bewusst geworden, dass es nicht selbstverständlich ist, alles zu jeder Zeit kaufen zu können. Gott sei Dank funktionieren in unserem Land diese Strukturen noch“.

Obmann Josef Fürtbauer

Auch die bäuerlichen Betriebe trifft die Krise hart

Wie auch andere Familien sind die bäuerlichen Betriebe ebenfalls persönlich von der Krise betroffen. Kinderbetreuung, Ausgangsbeschränkungen und Beeinträchtigungen in der Beschaffung von Gütern, die täglich im bäuerlichen Betrieb gebraucht werden – all das wurde zu einer zusätzlichen Belastung auf den vielen Höfen. Und das, wo viele dieser Betriebe seit Jahren ums Überleben kämpfen. „Wir brauchen jeden Cent, um unsere Höfe bewirtschaften zu können. In kaum einem Land, werden auf einem derart hohen Niveau wie in Österreich Lebensmittel produziert. „Unsere Konsumenten profitieren von hohen Tierwohlstandards, strengen Qualitätsanforderungen aber auch einer nachhaltigen Pflege unserer Kulturlandschaft. Welchen Wert ein lokale Produktion mit Gütern das täglichen Bedarfs hat, wurde gerade durch die Auswirkungen von Corona spürbar“, ergänzt Fürtbauer. Und das, wo wir noch nie so wenig Geld für Lebensmittel ausgegeben haben. Es sind nur 12% unserer Verbrauchsausgaben, die in den Kauf von Milch, Fleisch oder Brot wandern. 1954 waren dies noch fast 45 %. „Wir hoffen, dass die Wertschätzung für unsere regionalen Produkte auch nachhaltig bestehen bleibt. Denn Wertschätzung ist eine wichtige Voraussetzung für Wertschöpfung. Und diese brauchen wir dringend für den Erhalt unserer Familienbetriebe“, so der Obmann der Gmundner Molkerei.

„Wir hoffen, dass die Wertschätzung für unsere regionalen Produkte auch nachhaltig bestehen bleibt. Denn Wertschätzung ist eine wichtige Voraussetzung für Wertschöpfung. Und diese brauchen wir dringend für den Erhalt unserer Familienbetriebe.“

Obmann Josef Fürtbauer

„Unser oberstes Ziel war und ist es, die Gesundheit unserer MitarbeiterInnen und die Produktion und damit die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln aufrecht zu halten“, ergänzt Mag. Michael Waidacher.

Mit kleinen Schritten zurück in die Normalität

Auch wenn wir mit Juni vor einer neuerlichen Lockerung der Maßnahmen gegen die Corona-Krise stehen, ist man von einem Normalbetrieb bei der Gmundner Molkerei noch weit entfernt. „Zwar verlassen den Betrieb Tag für Tag Milch- und Käseprodukte in Richtung Lebensmittelmärkte und damit zu den Konsumenten, dennoch hat die Krise das Leben im Unternehmen fest im Griff. Und das sicher noch einige Monate, beschreibt Geschäftsführer Michael Waidacher die Situation. Ob Milchabholung von den Betrieben, die Verarbeitung oder die Auslieferung – alles musste auch in Zeiten der Krise aufrechterhalten bleiben.

Schulterschluss wichtiger denn je

Österreich steht in den kommenden Monaten vor großen Herausforderungen. Ob der Neustart unserer Gastronomie und des Tourismus oder die schrittweise Normalisierung von Schulen, Unternehmen sowie unseres Miteinanders – jetzt gilt es mehr denn je aufeinander zu achten. „Wir versuchen mit speziellen Restart-Paketen, unsere Kunden in der Gastronomie bestmöglich zu unterstützen“, so Waidacher. „Aber auch wir brauchen Unterstützung durch die Konsumenten. Mit jeder Entscheidung für eines unserer Produkte geben die Menschen einen direkten Produktionsauftrag an uns Bauern. Damit können auch wir unsere Familien ernähren und die regionale Lebensmittelproduktion aufrecht halten“ ergänzt Obmann Josef Fürtbauer.

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